
Im Dezember konnten wir das Projekt in der südäthiopischen Region Borena besuchen.
Zum Beginn des Schuljahres konnten wir dank Eurer Unterstützung dort 100 benachteiligte Waisenkinder mit sämtlichen Schulmaterialien versorgen und ihnen so ermöglichen, am Schulbesuch teilzunehmen. In der Regel wohnen sie bei ihrem noch verbliebenen Elternteil oder bei Verwandten. Diese können jedoch nicht ausreichend für die Grundbedürfnisse und die Bildung der Kinder sorgen. Die Angehörigen von Waisenkindern sind oft so sehr von Armut betroffen, dass sie ihre Kinder nicht in die Schule schicken können. Schon die Anschaffung dieser erforderlichen Materialien können sie nicht leisten. Als Folge bleiben die Kinder zu Hause oder müssen schwere Arbeiten verrichten. Durch das Projekt erhielten die Kinder Schuluniform, Schuhe, Socken, Schulhefte, Stifte, Bleistifte und Schultaschen. Viele der Kinder konnten so davor bewahrt werden, der Schule fernzubleiben oder nach langer Zeit wieder den Schulbesuch aufnehmen.
Bei unserer Äthiopien-Reise im Dezember besuchten wir die Schulen, sprachen mit einigen Kindern sowie mit verantwortlichen Personen wie den Schulleitern und dem kommunalen Bildungsbeauftragten. Es war erfreulich, den dankbaren Kindern zu begegnen und zu sehen, dass die Hilfe erfolgreich angekommen ist. Gleichzeitig konnten wir bereits nach kurzer Zeit feststellen, dass noch viel mehr Unterstützung erforderlich ist. Einige der unterstützten Kinder besuchen unregelmäßig die Schule, insbesondere dadurch bedingt, dass sie nicht ausreichend zu essen haben. Mit Hunger lässt es sich schlecht lernen und ist man anfälliger für Krankheiten.
An einer Geschichte wollen wir Euch gerne teilhaben lassen:

Tsion* ist 11 Jahre, hat einen Bruder und eine Schwester und lebt in Moyale. Sie hat ein charmantes Lächeln und ist kontaktfreudig. Doch nachdem sie anfing, uns Details über ihre Familie zu erzählen, verging ihr Lächeln und immer mehr Tränen füllten ihre Augen.
Tsions Vater ist nach fünf leidvollen Jahren an Krebs gestorben. Ihr neunjähriger Bruder ist nun auch seit zwei Jahren an Krebs erkrankt. Die wirtschaftliche Situation ihrer Familie wird von Tag zu Tag schlimmer. Sie hatten ihr Haus und ihr kleines Taxi, mit dem sie zuvor Geschäfte gemacht hatten, verkaufen müssen, um Medizin für den Vater und den Bruder bezahlen zu können. Zurzeit bleibt nur ein kleines Einkommen dadurch, dass ihre Mutter mit einem Esel Wasser vom Brunnen in die Stadt verteilt. Tsion ist besorgt, dass diese harte körperliche Arbeit zu schwer für ihre Mutter wird. Zuletzt wurde sie häufiger krank.
Tsion erklärte, dass durch die Versorgung durch das Projekt, sie „die von Gott gesandte Hilfe erhielt, um weiterhin in die Schule zu gehen. Ansonsten hätte ich zu Hause bleiben müssen, da meine Familie es sich nicht leisten kann, mich zur Schule zu schicken. Aber jetzt bin ich glücklich, dass ich Schülerin sein darf und gehe gerne in die Schule.“. Sie bedankt sich herzlich bei allen, die durch ihren Beitrag ihr Wertschätzung entgegengebracht haben. Sie fühlt sich dadurch geliebt und dies erleichtert ihren schweren Alltag. Auf die Frage, was sie noch brauche, um langfristig die Schule zu besuchen, sagte sie, dass sie sich wünscht, weiterhin mit Schulmaterialien versorgt zu werden, aber auch genug zu essen zu haben.
Eagles’ Rise möchte Tsions Familie so unterstützen, dass sie es schaffen, sich ein besseres Einkommen aufzubauen und für ihre Belange aufzukommen.
* Name geändert
Berührt von den Begegnungen vor Ort sowie den Geschichten der Kinder sind wir mit dem großen Wunsch zurückgekommen, diese 100 Kinder langfristig so zu unterstützen, dass es ihnen gut geht und sie ihre Bildung weiterhin verfolgen können.
Uns ist es ein großes Anliegen, dass sie alles haben, was sie dafür brauchen, ob Schulmaterialien, Essen oder medizinische Versorgung. Hierfür sollen möglichst die noch vorhandenen Familien so unterstützt werden, dass sie langfristig mit ihrem eigenen Einkommen für ihre Belange aufkommen können. Wir wollen alles daransetzen, diesen Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen, in der sie unabhängig von Hilfe sind und die Armut hinter sich lassen. Seid Ihr dabei?
Mit beispielsweise etwa 28€ können weiterhin erforderliche Schulmaterialien für ein Kind für ein Schuljahr finanziert werden.